Start­sei­te » PR-Trends 2026: kom­mu­ni­zie­ren in kom­ple­xen Zeiten

Für unse­re Kun­den knip­sen wir Füch­se die Lese­lam­pen an und stö­bern durch die aktu­el­len PR-Trends.

Wir bewe­gen uns täg­lich durch eine Biblio­thek, die nie­mals schließt. Kei­ne gemüt­li­che Stil­le, eher ein end­lo­ser Raum, in dem täg­lich neue Bän­de ein­sor­tiert wer­den: Stu­di­en, Posts, Pres­se­mit­tei­lun­gen, White­pa­per, Kom­men­ta­re, Kenn­zah­len, Mei­nun­gen. Dazwi­schen Men­schen, die Ori­en­tie­rung suchen – nicht Con­tent: Was ist ver­läss­lich? Was bedeu­tet das kon­kret? Wen kann ich beden­ken­los zitieren?

Auch 2026 ent­schei­det Kom­mu­ni­ka­ti­on über Auf­find­bar­keit, Zitier­fä­hig­keit und Glaub­wür­dig­keit. Neu ist, dass nicht nur Men­schen lesen. Maschi­nen lesen immer häu­fi­ger mit, ver­dich­ten, ant­wor­ten, sor­tie­ren und ent­wi­ckeln sich zu einer wich­ti­gen Ziel­grup­pe. Sicht­bar­keit ent­steht dadurch weni­ger über Laut­stär­ke und mehr über Struk­tur, Sub­stanz und Timing. PR wird tech­ni­scher und zugleich wie­der mensch­li­cher: intel­li­gen­te Redak­ti­on, kla­re Spra­che, sau­be­re Quellen.

Die­se zehn Trends, sind wir über­zeugt, begeg­nen uns die­ses Jahr immer wie­der. Zusam­men zei­gen sie in eine Rich­tung: weg vom Out­put als Selbst­zweck und hin zur redak­tio­nell geführ­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on mit lang­fris­ti­gem Wert.

  1. KI und gene­ra­ti­ve Sys­te­me wer­den zentral
    Will­kom­men in der Ära der Redak­ti­on statt der Produktion

Die Zeit, in der KI ent­we­der als Wun­der oder Unter­gang erzählt wur­de, ist in der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­bran­che wei­test­ge­hend vor­bei. Künst­li­che Intel­li­genz gehört heu­te zum übli­chen Werk­zeug­kas­ten und arbei­tet meist im Hin­ter­grund: beim Moni­to­ring, Sen­ti­ment-Ana­ly­sen, beim Struk­tu­rie­ren und Ver­dich­ten von Infor­ma­tio­nen oder beim Erstel­len von Text­va­ri­an­ten. Der eigent­li­che Wan­del liegt in der Erwar­tungs­hal­tung: Kom­mu­ni­ka­ti­on soll schnel­ler lie­fern, ohne dass die Qua­li­tät sinkt oder die Ver­ant­wor­tung nachlässt.

Damit ver­schiebt sich auch der Kom­pe­tenz­mix in Teams. Wer KI sinn­voll nut­zen will, braucht nicht nur rei­nes Tool-Wis­sen, son­dern vor allem Rad­ak­ti­ons­hand­werk. Dazu gehö­ren Brie­fing, Fak­ten­prü­fung, Tona­li­tät und vor allem die Fähig­keit Ergeb­nis­se kri­tisch zu bewer­ten, statt sie unge­fragt zu übernehmen.

  1. Geo statt klas­si­scher SEO
    Sicht­bar­keit heißt 2026: in Ant­wor­ten vor­kom­men, nicht nur in Rankings

Neben klas­si­scher Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung gewinnt die Opti­mie­rung für KI-gestütz­te Such- und Ant­wort­sys­te­me an Bedeu­tung: Gene­ra­ti­ve Engi­ne Opti­miza­ti­on (GEO). Inhal­te soll­ten so gestal­tet sein, dass KI-Sys­te­me sie nicht nur fin­den, son­dern auch kor­rekt ein­ord­nen und zitie­ren kön­nen. Das hat Kon­se­quen­zen für den Auf­bau von Tex­ten: mehr defi­ni­to­ri­sche Klar­heit, eine nach­voll­zieh­ba­re Struk­tur, belast­ba­re Quel­len sowie Aus­sa­gen, die weni­ger auf Ori­gi­na­li­tät als auf Prä­zi­si­on setzen.

Damit ver­än­dern sich die Text­lo­gi­ken spür­bar. Kom­mu­ni­ka­ti­on wird modu­la­rer gedacht – mit kla­ren Kern­aus­sa­gen, Bele­gen, Bei­spie­len und sau­ber mar­kier­ten Ein­schrän­kun­gen, die schnell auf­find­bar blei­ben. Gleich­zei­tig rückt PR auch näher an Wis­sens­ar­beit her­an: Wer The­men sys­te­ma­tisch ord­net, stei­gert die Chan­ce, als ver­läss­li­che Refe­renz wahr­ge­nom­men zu werden.

  1. Mess­bar­keit & PR als stra­te­gi­scher Business-Treiber
    Vom Clip­ping zur Wirkung

„Und was bringt das?“ Die­se Wirk­sam­keits­fra­ge bleibt 2026 Stan­dard. Reich­wei­te und Clip­pings blei­ben rele­vant. Erwar­tet wer­den zusätz­lich Out­co­me-Fra­gen: Hat Kom­mu­ni­ka­ti­on Ver­trau­en auf­ge­baut? Nach­fra­ge oder Akzep­tanz erhöht? Risi­ken redu­ziert? Stake­hol­der-Bezie­hun­gen sta­bi­li­siert? Die Chan­ce auf Sicht­bar­keit in mei­ner Ziel­grup­pe gewahrt?

Das führt zu einem pro­fes­sio­nel­le­ren Set­up: KPIs, Dash­boards, sau­ber defi­nier­te Zie­le und eine enge­re Ver­bin­dung zwi­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on und Stra­te­gie. Zugleich bleibt Dif­fe­ren­zie­rung wich­tig. Nicht jede Wir­kung zeigt sich sofort oder passt in eine Kenn­zahl. Gera­de im B2B-Umfeld zeigt sich die Wir­kung oft erst zeit­ver­setzt: PR baut Ver­trau­en und Ori­en­tie­rung auf, Mar­ke­ting akti­viert Nach­fra­ge. Bei­des lässt sich nicht immer sinn­voll mes­sen und schon gar nicht mit den­sel­ben Maß­stä­ben. Fast alles lässt sich hin­ge­gen argu­men­ta­tiv begrün­den, wenn Ziel, Kon­text und Mecha­nis­mus sau­ber beschrie­ben sind.

  1. Authen­ti­zi­tät, Trans­pa­renz & Wertekommunikation
    Weni­ger Wer­te-State­ment, mehr Werte-Nachweis

Wer­te­kom­mu­ni­ka­ti­on bleibt rele­vant, aber der Ton gestal­tet sich nüch­ter­ner. Gro­ße Ver­spre­chen wir­ken nur, wenn sie sich bele­gen las­sen. 2026 zäh­len weni­ger gro­ße Selbst­be­schrei­bun­gen als kon­kre­te Bele­ge: Wie haben wir ent­schie­den? Was prio­ri­sie­ren wir? Wo gibt es Ziel­kon­flik­te? Was ist Fort­schritt und was ist ehr­li­cher­wei­se noch nicht gelöst?

Trans­pa­renz ver­ste­hen wir dabei nicht als mora­li­sche Kür, son­dern als Ver­trau­ens­me­cha­nis­mus. Dies gilt ins­be­son­de­re dort, wo Ver­ant­wor­tung, Regu­lie­rung oder gesell­schaft­li­che Erwar­tun­gen mit­lau­fen. Wer­te über­zeu­gen erst, wenn sie im Han­deln sicht­bar wer­den. Das gelingt mit Bei­spie­len, Kri­te­ri­en, Maß­nah­men, und beson­ders wich­tig, mit einer Spra­che, die weder beschö­nigt noch dramatisiert.

  1. Exper­ti­se statt Produktprosa
    B2B kauft kei­ne Super­la­ti­ve – B2B kauft Sicherheit

Fach­li­che Auto­ri­tät wird zur wich­tigs­ten Wäh­rung. Je kom­ple­xer ein Ange­bot, des­to weni­ger funk­tio­nie­ren rei­ne Pro­dukt­bot­schaf­ten. Gera­de in B2B-Märk­ten mit kom­ple­xen Pro­duk­ten, lan­gen Ent­schei­dungs­we­gen und hohen Wech­sel­kos­ten ent­schei­det fach­li­che Ein­ord­nung über das Ver­trau­en in unse­re Kun­den und nicht Pro­duk­tar­gu­men­te. Statt­des­sen gewin­nen erklä­ren­de For­ma­te: Fach­ar­ti­kel, White­pa­per, Inter­views, Stu­di­en, Web­i­na­re oder Hin­ter­grund­ge­sprä­che. Sie schaf­fen Ver­trau­en, weil sie Kom­pe­tenz demons­trie­ren, Kom­ple­xi­tät ord­nen und Ori­en­tie­rung geben.

Der Trend geht weg von „wir erklä­ren unser Pro­dukt“ hin zu „wir erklä­ren die Lage“. Wer die rele­van­ten Fra­gen sei­nes Fel­des bes­ser for­mu­liert als ande­re, wirkt auto­ma­tisch kom­pe­tent. Ent­schei­dend ist dabei die Qua­li­tät der Ein­ord­nung: The­sen brau­chen Bele­ge, Posi­tio­nen brau­chen Abwä­gung, und gute Kom­mu­ni­ka­ti­on zeigt, dass jemand die Sache ver­stan­den hat.

  1. Cross­me­dia­le, visu­el­le & inter­ak­ti­ve Formate
    Kom­ple­xi­tät braucht Form 

Nicht ganz neu und aktu­el­ler denn je: Visu­el­le und inter­ak­ti­ve For­ma­te erwei­tern die Fach­kom­mu­ni­ka­ti­on um neue, wir­kungs­vol­le Erzähl­we­ge. Kur­ze Vide­os, Erklär­ani­ma­tio­nen, inter­ak­ti­ve Gra­fi­ken, anklick­ba­re Anwen­dungs­bei­spie­le, Prä­sen­ta­ti­ons­fo­li­en und modu­lar auf­ge­bau­te Infor­ma­ti­ons­mo­du­le hel­fen dabei, tech­ni­sche oder abs­trak­te The­men zugäng­lich zu machen. Nicht, weil das Publi­kum weni­ger ver­steht, son­dern weil es weni­ger Zeit hat.

Der ent­schei­den­de Punkt: Gute Visua­li­sie­rung macht die Rea­li­tät nicht ein­fa­cher, son­dern leich­ter ver­ständ­lich. Das ist ein Unter­schied. Und ein Wett­be­werbs­vor­teil, ins­be­son­de­re in Bran­chen mit erklä­rungs­be­dürf­ti­gen Angeboten.

  1. PR, Con­tent Mar­ke­ting & Owned Media verschmelzen
    Lasst Euer Wis­sen aufleuchten!

Die Medi­en­land­schaft ver­än­dert sich stän­dig und ver­teilt sich auf vie­le Kanä­le. B2B-Unter­neh­men kön­nen des­halb nicht dar­auf­set­zen, dass exter­ne Kanä­le ihre The­men auto­ma­tisch auf­grei­fen. Owned Media, also fir­men­ei­ge­ne Blogs, News­let­ter, Web­i­nar-Seri­en oder Know­ledge Hubs tau­gen auch 2026 zur sta­bi­len Basis der Kommunikation.

Es geht nicht dar­um „jetzt auch Con­tent zu machen“, son­dern dar­um, eine belast­ba­re Wis­sens­ar­chi­tek­tur auf­zu­bau­en. Owned Media ist wie eine Haus­bi­blio­thek: Begrif­fe las­sen sich defi­nie­ren, The­men über die Zeit ent­wi­ckeln, Inhal­te aktua­li­sie­ren und Such- sowie Zita­ti­ons­fä­hig­keit her­stel­len. Der Wert ent­steht hier­bei jedoch nicht durch Mas­se, son­dern durch Pfle­ge: Inhal­te brau­chen Qua­li­tät und Tiefe.

  1. Mul­ti­pli­ka­to­ren, Netz­wer­ke & Influen­cer im B2B
    Exper­ti­se ver­sus Glamour

Influen­cer-Kom­mu­ni­ka­ti­on wird 2026 sach­li­cher, fach­li­cher und nischi­ger. Es geht weni­ger um gro­ße Reich­wei­ten, dafür mehr um glaub­wür­di­ge Stim­men: Branchenexpert:innen, Analyst:innen, spe­zia­li­sier­te Creator:innen, Com­mu­ni­ty-Hosts, Opi­ni­on Lea­der Der Effekt ent­steht weni­ger über Pro­mi­nenz als über die Anschluss­fä­hig­keit in Fachöffentlichkeiten.

Der Hebel liegt in Rele­vanz und Ver­trau­en. Koope­ra­tio­nen funk­tio­nie­ren dann, wenn sie wie Wis­sens­aus­tausch wir­ken und eben nicht wie eine Wer­be­flä­che. Wer fach­lich sau­ber bleibt, kann über Netz­wer­ke schnel­ler Türen öff­nen, als es über so man­che klas­si­sche Kam­pa­gnen mög­lich wäre.

  1. Kri­sen- und Repu­ta­ti­ons­ma­nage­ment in Echtzeit
    Falsch­in­for­ma­tio­nen rei­sen schnell – Kor­rek­tu­ren brau­chen Struktur

Moni­to­ring, Issues Manage­ment und schnel­le Reak­ti­ons­fä­hig­keit gewin­nen wei­ter an Bedeu­tung. In digi­ta­len Öffent­lich­kei­ten ent­ste­hen Repu­ta­ti­ons­ri­si­ken oft nicht durch gro­ße Skan­da­le, son­dern durch Kon­text­ver­lust, ver­kürz­te Zita­te, Miss­ver­ständ­nis­se oder extrem dyna­mi­sche Debatten.

Für B2B zählt Prä­ven­ti­on daher mehr als Impro­vi­sa­ti­on. Sze­na­ri­en, Q&As, abge­stimm­te Ver­ant­wort­lich­kei­ten, kla­re Reak­ti­ons­rou­ti­nen – kurz­um eine kla­re, vor­be­rei­te­te Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie. Eine Orga­ni­sa­ti­on, die ihre The­men sau­ber im Griff hat, muss im Kri­sen­mo­ment weni­ger erklä­ren und wirkt auto­ma­tisch souveräner.

  1. Res­sour­cen-Effi­zi­enz: mit wenig Bud­get viel Wir­kung erzielen
    Fokus als pro­duk­ti­ve Antwort

Vie­le klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men spü­ren 2026 Druck: kom­ple­xe Märk­te, geo­po­li­ti­sche Her­aus­for­de­run­gen, hohe Erwar­tun­gen, schnel­le Zyklen. Die Ant­wort ist nicht mehr Akti­on, son­dern bes­se­re Prio­ri­sie­rung. Ein stim­mi­ges Set weni­ger Maß­nah­men trägt wei­ter als vie­le Ein­zel­ak­tio­nen, die sich gegen­sei­tig die Wir­kung nehmen.

KI-Unter­stüt­zung kann hier hel­fen, Rou­ti­nen zu auto­ma­ti­sie­ren. Der zen­tra­le Hebel bleibt aber die Prio­ri­sie­rung: Wel­che The­men zah­len auf Ver­trau­en ein? Wel­che For­ma­te bau­en Exper­ti­se auf? Wel­che Kanä­le sind wirk­lich rele­vant? In der Biblio­thek der Auf­merk­sam­keit gewinnt nicht die größ­te Aus­la­ge, son­dern der bes­te Gesamteindruck.

Get The Par­ty Started!

B2B-Ent­schei­dun­gen brau­chen Ver­trau­en in den Geschäfts­part­ner und sei­ne Fach­kom­pe­tenz. Wenn die­se Exper­ti­se in gut nutz­ba­ren For­ma­ten auf­be­rei­tet wird, klar geglie­dert, sau­ber belegt und leicht wie­der­auf­find­bar, ent­steht Sicht­bar­keit, die von inhalt­li­cher Prä­zi­si­on lebt. Wer so kom­mu­ni­ziert, wird zur Refe­renz: wahr­ge­nom­men, wei­ter­ge­reicht und im Zwei­fel auch zitiert – intern wie extern. Neh­men wir 2026 als eine Ein­la­dung, genau dar­an zu arbei­ten: ruhig, prä­zi­se, wirk­sam und erfolg­reich – auf Füch­se-Art eben.